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Zweiter Probetag des inklusiven, generationenübergreifenden Theaterprojekts

Theaterspielen ist eine Erfahrung fürs Leben – das wurde am zweiten Probetag ganz deutlich. Die 22 SchauspielerInnen experimentierten gemeinsam, wie mit Gestik, Mimik, Laufgeschwindigkeit oder Sitzen, Stehen die unterschiedlichsten Gefühle ausgedrückt werden können und wie sich das dann anfühlt. Da gab es z.B. die gemeinsame Aufgabe, den Piloten darzustellen, zunächst wie er fliegt, dann wie er im Sturzflug ist, wieder das Ruder hochreißt und die Maschine nochmals retten kann, nur um schließlich doch abzustürzen. In kurzen Sequenzen hintereinander durchlebten die SchauspielerInnen so eine Bandbreite an Gefühlen wie Angst, Erleichterung und Trauer. Und gleichzeitig galt es diese schnell wechselnden Situationen durch den Körper darzustellen. Jeder probierte das auf seine eigene Art aus. Gleichzeitig konnte erlebt werden, wie andere das darstellen und wie dies auf einen selbst wirkt. Lernen also auf vielen Ebenen: Die Gefühle zulassen – ja auch die Trauer, welche doch so oft unterdrückt wird. Dann ausprobieren wie Gefühle und Situationen am stimmigsten ausgedrückt werden können. Und schließlich lernen duruch beobachten.

In der Pause danach erzählte eine junge Schauspielerin, dass ihr das viel Spaß gemacht hat und sie es wichtig findet, beim Theaterspielen zu lernen auf andere zu achten um zu merken, was sie gerade machen und wie es ihnen geht.  Weiterhin berichtete diese Schauspielerin, dass sie durch dieses Spiel Ideen zur Darstellung ihrer Rolle bekam. Die Rollen sind zwar von Text und Choreographie vorgegeben, aber letztendlich wird sie doch von jedem ganz persönlich ausgestaltet.  

Spannend war auch zu hören, was die Motivation für die Wahl der verschiedenen Rollen war. So wurde beim kleinen Prinzen z.B. betont, dass dieser imponiert, weil er ehrlich seine Meinung sagt und sogar gegenüber einer Respektsperson wie dem König seinen klaren Standpunkt vertritt. Außerdem hat der Prinz einiges mitzuteilen – und auf der Bühne viel zu sagen zu haben, macht ja auch Spaß.

Fasziniert hat auch die undurchsichtige Rolle der Schlange. Sie scheint auf den ersten Blick böse zu sein, aber ist sie es wirklich? Die SchauspielerInnen werden die Antwort für sich im Laufe der Probetage finden.

Und dann ist da der Fuchs. Füchse sind tolle Tiere, allein das ist schon ein Grund diese Rolle zu wählen – ist da zu hören. Aber das sei es nicht allein. Beeindruckt hat die beiden Schauspielerinnen ganz besonders die Weisheit des Fuchses, die in den Satz „man sieht nur mit dem Herzen gut“ mündet.

Auch eine Rolle wie die Laterne, die nichts sagt wurde bewusst gewählt – denn, es macht Spaß einfach mal nur nach Choreographie und doch mit eigenem Ausdruck auf der Bühne etwas darzustellen.

Ähnlich ist es mit dem Piloten. Genau das, was am Anfang dieses Artikels beschrieben wurde, macht so viel Spaß – schnell wechselnde Szenen ohne viele Worte und doch überzeugend auf der Bühne darstellen.  

Theaterspielen ist also Lernen fürs Leben mit viel Spaß.

Damit das Ganze gelingt haben auch an diesem Tag viele fleißige Hände im Hintergrund mitgewirkt. Besonders sei diesmal den vielen KuchenbäckerInnen gedankt, welche jeden Tag für einen genussvollen Abschluss eines langen Theaterabenteuers sorgen. Auch IKEA Walldorf sei an dieser Stelle nochmals unser Dank für die Unterstützung ausgesprochen.